Die Instrumente

Die Familie der Viola da Gamba entstand zeitgleich mit den Instrumenten der Violinfamilie. Der Beiname da Gamba weist auf die Haltung zwischen den Beinen hin. Instrumente dieser Familie besitzen fünf bis sieben Saiten, Bünde und der Bogen wird im Untergriff gehalten.

Das Gambenensemble entstand im 15. Jahrhundert und kam dem aufkeimenden Interesse an homogenem Ensembleklang mit gleichberechtigten Partien entgegen. Eine Äußerung Bernado Prosperos, Kanzler in Ferrara, bezeichnet das Spiel eines Gambenensembles als "eher süß denn kunstvoll". Tatsächlich lag der Akzent in den Anfängen weniger auf virtuoser Brillanz als auf sonorer Klanglichkeit. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich, neben dem Consortspiel, welches vor allem in England gepflegt wurde, technisch anspruchsvolle Sololiteratur, deren Akzent insbesondere in Frankreich auf höchster Ausgefeiltheit der Tonbildung und Ornamentik lag.

Bedingt durch sich wandelnde Klangvorstellungen führte die Viola da Gamba ab der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Schattendasein als Liebhaberinstrument. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte sie im Zuge der Wiederbelebung Alter Musik eine Renaissance. Heute tritt die Gambe solistisch, kammermusikalisch und mit den Partien geistlicher Werke wieder an die Öffentlichkeit.

Die Laute ist eines der ältesten Musikinstrumente überhaupt. Bereits im 2. Jahrtausend vor Christus finden sich Abbildungen eines langhalsigen Vorläuferinstruments auf babylonisch-assyrischen Denkmälern. Im Europa der Renaissance bezog die Laute innerhalb des reichhaltigen und äußerst farbigen Instrumentariums eine dominante Stellung. Als Solo- und Ensembleinstrument war sie Trägerin mehrstimmiger Kompositionen, Vermittlerin gehobener Tanz- und Gebrauchsmusik, sowie bevorzugtes Begleitinstrument für Gesang. Wegen ihrer Vielseitigkeit und der Wärme ihres Klanges erlebte sie im 16. Jh. ihre Hochblüte und überragte alle anderen Instrumente an Beliebtheit, so dass sie den stolzen Titel einer "regina omnium instrumentorum musicorum" (Königin aller Musikinstrumente) erhielt.

Der Wandel der Musik um 1600 führte auch in der Lautenfamilie zu veränderten Bauformen. Der Bassbereich wurde verstärkt und es entstanden Instrumente wie die Theorbe (auch Chitarrone genannt) und der Archiliuto, die hauptsächlich im Generalbassspiel eingesetzt wurden. Im Laufe des 17. Jahrhunderts nahm ihre Bedeutung allmählich ab und ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie endgültig von anderen Saiten- und Tasteninstrumenten verdrängt. Mit der Wiederentdeckung der Alten Musik im 20. Jahrhundert erfuhren auch die Lauteninstrumente eine Wiederbelebung und werden gemäß den historischen Vorbildern wieder in der Kammermusik und in Orchesterwerken eingesetzt.